Advent, Advent…

Beatrice Karlssons „Pfefferkuchenhaus“ in Renvallen

Beatrice Karlsson wohnt in Renvallen, einem kleinen Ort hinter Arvidsjaur Richtung Arjeplog. Sie hat ein ungewöhnliches Hobby: Weihnachtsdekoration und -beleuchtung. Seit 20 Jahren schmückt sie jedes Jahr mit ihrem Lebensgefährten Marino Lundberg das Haus  mit Tausenden von Lichtern.

„Ich war als Jugendliche als Au-pair in den USA“, erzählt Beatrice. „Dort habe ich zum ersten Mal diese fantastisch leuchtenden Häuser gesehen.“ Als sie zurück nach Schweden kam und in einer kleinen Hütte lebte, die neben dem Haus ihrer Großeltern liegt, in dem sie heute wohnt, verwandelte sie Renvallen zum ersten Mal in ein kleines Lichtermeer. „In Arvidsjaur gab es damals kaum Weihnachtsschmuck zu kaufen. Ich fuhr mit Marino nach Luleå, um einzukaufen. Vieles haben wir auch selbst gebastelt“, erinnert sie sich.

Beatrice Karlsson

Beatrice arbeitet als Journalistin und beginnt demnächst einen neuen Job bei Sveriges Radio Norrbotten in Luleå als Produzentin. Sie hat auch schon bei Fernsehen gearbeitet, als Reporterin und Nachrichtensprecherin, immer an den Menschen hinter den Meldungen interessiert und neugierig auf das Leben. Beatrice hat viel gesehen von der Welt, hat als Reiseleiterin und in anderen Teilen Schwedens gearbeitet. Zuletzt sorgte sie für Schlagzeilen, als sie ein zweites Mal an der schwedischen Variante der „Robinson-Soap“ auf den Philippinen teilnahm.

Beatrice pendelt jede Woche zwischen Luleå und Renvallen. „Renvallen ist mein zu Hause, in der Stadt möchte ich nicht leben“, sagt sie. Im Sommer spielt noch ein dritter Ort eine große Rolle in ihrem Leben: Der Campingplatz „Sjöstjärnan“, zwischen Arvidsjaur und Arjeplog gelegen. Schon in der zweiten Generation im Familienbesitz ist es ein beliebter Platz, auch als Treffpunkt von Stammgästen im Sommer, darunter sind einige Deutsche. Von den 70er bis Mitte der 90er Jahre war es ein beliebter Ort für Tanzveranstaltungen im Sommer.

Beatrice ist in Arjeplog aufgewachsen, wo die Familie ihres Vaters das „Folketshus“ bewirtschaftete, bis es in den 70ern er neuen Straße, dem „Silvervägen“, zum Opfer fiel. Die Eltern bauten den Campingplatz auf und Beatrice zog in die kleine Hütte und ging in Arvidsjaur zur Schule. „Die Hütte hatte kein Wasser oder Heizung, es waren oft im Winter nur 10 Grad warm innen“, erinnert sich Beatrice.

Vielleicht weckte das ja die Sehnsucht nach Licht und Wärme, als sie später aus den USA zurückkam und das erste Mal die Hütte für Weihnachten schmückte. „Es ist eine dunkle und kalte Zeit hier um Weihnachten herum, es ist wunderschön, die Lichter zu haben“, sagt Beatrice. „Die Leute freuen sich auch sehr darüber, wenn sie vorbeikommen. Es dauert einen Monat, bis wir alles dekoriert, repariert und aufgehängt haben. Es gibt Eisleuchter mit vielen Kerzen und einen Weihnachtsbaum. Jedes Jahr fragen wir uns, ob wir es nächstes Jahr wieder machen. Aber dann ist es fertig und sieht so fantastisch aus, es ist die Mühe wert.“

©Kirsten Stelling